Sofie auf der Homepage

Die Klassenfahrt in diesem Jahr
ist toll und einfach wunderbar.
Damit man sie auch nicht vergisst,
Sofies Papa Fotos schießt.

Wieder daheim angekommen,
hat er ein schönes Bild genommen
und für die Klassenkameraden
auf die Schulhomepage geladen.

Doch was jetzt die Seite schmückt,
seine Tochter gar nicht entzückt.
„Warum hast du nicht gefragt?
Ich hätte sicher nein gesagt!“

„Oh Sofie, das tut mir leid.
Komm‘ wir schauen mal zu zweit,
ob ein schönes Bild dabei ist,
mit dem du einverstanden bist.“

Doch für das neue Foto
brauchen sie Mamas Votum.
Denn erst ab 18 Jahren
geht’s ohne dieses Verfahren.

 

Merke: Fotos nur mit Einwilligung!
Fotos dürfen nur mit vorheriger Einwilligung der fotografierten Personen auf der Website veröffentlicht werden. Bei Minderjährigen müssen die Eltern einwilligen. Es ist nicht abschließend geklärt, ob ein einsichtsfähiger Minderjähriger selber einwilligen kann. Sicherheitshalber sollte man bei Minderjährigen zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr sowohl die Einwilligungserklärung der Eltern als auch des Minderjährigen einholen. Eine Veröffentlichung gegen den Willen des Berechtigten verletzt das Allgemeine Persönlichkeitsrecht. Das Allgemeine Persönlichkeitsrecht wurde vom Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung entwickelt. Das Recht am eigenen Bild, als Ausprägung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts, wird zusätzlich auf § 22 Kunsturhebergesetz gestützt. Im Falle der Veröffentlichung eines Bildes ohne Einwilligung des Betroffenen hat dieser einen Schadensersatz- sowie einen Unterlassungsanspruch. Außerdem drohen gemäß § 33 Abs. 1 Kunsturhebergesetz strafrechtliche Konsequenzen, wenn der Betroffene einen dahingehenden Antrag stellt.

Weitere Infos:
– Fall: „Fotos auf der Website der Schule“ http://remus.jura.uni-sb.de/faelle/schulfotos.html
– Fall: „Namen und Fotos des Lehrstuhl-Teams“ http://remus.jura.uni-sb.de/faelle/nameundfoto.html#4
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