Das zu billige Schulkino

Papa hat im Kaufhaus „Alles muss weg“
Kinofilme zum halben Preis entdeckt.

Damit jeder von den Filmen was hat,
veranstaltet Papa einen Kinotag.
Alle Schüler sind eingeladen
und dürfen auch ihre Freunde fragen.

Kino in der Schule ist toll!
Der Vorführraum wird ganz schnell voll.

„Moment, moment, so geht das nicht“,
die Direktorin zu Papa spricht.
„Das öffentliche Filmvorführen
geht nur nach Zahlung von Gebühren.“

Papas neuer Einfall ist grandios,
er verschenkt die Videos kostenlos.
Jetzt können die Schüler nach Hause geh’n
und dort die Filme gebührenfrei seh’n.

 

Merke: Das öffentliche Vorführen von Filmen ist vergütungspflichtig!
Filme darf die Schule zwar zu Unterhaltungszwecken im Rahmen eines Filmenachmittags vorführen. Dafür muss sie aber eine angemessene Vergütung zahlen. Umsonst können die Schüler die Filme nur Zuhause anschauen. Anders ist es jedoch im Schulunterricht. Da der Schulunterricht nicht öffentlich ist, können Filme einer Klasse oder einem Kurs vergütungsfrei vorgeführt werden. Bei einer Vorführung in einer Schulklasse handelt es sich also in der Regel nicht um eine öffentliche Wiedergabe i.S.v. § 15 Abs. 3 UrhG. Vergleiche hierzu auch eine Stellungnahme des Bundesjustizministeriums http://www.bmj.bund.de/enid/Urheberrecht_und_Patente/Private_DVDs__Filme_und_CDs_im_Unterricht__qk.html sowie einen „Fall des Monats“ bei Lehrer Online http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=273355.htm.

Weitere Infos:
– Fall: „Filmvorführung in der Schule“ http://remus.jura.uni-sb.de/faelle/filmvorfuehrung.html
– Wiedergabe von Videofilmen im Unterricht http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=405793.htm