Filmnachmittag in der Schule

Lehrerin Lore und Lehrer Lemke wollen klassenübergreifend einen Filmnachmittag veranstalten. Hierbei sollen Filmklassiker wie E.T. gezeigt werden. Entgelt sollen die Schüler nicht zahlen. Die Filme möchte Lehrer Lemke aus der Videothek ausleihen.
Dürfen die aus der Videothek ausgeliehenen Filme bei den Filmnachmittagen erlaubnis- und vergütungsfrei vorgeführt werden?

Nein!

Zwar muss für die Vorführung keine Erlaubnis des Rechteinhabers eingeholt werden, doch muss die Schule eine angemessene Vergütung zahlen.
Die Vorführung eines Films im Rahmen eines Filmnachmittags, der nicht nur für die Schüler einer einzigen Klasse organisiert wird, ist eine öffentliche Wiedergabe gemäß §§ 15 Abs. 2 S. 2 Nr.1, 19 Abs. 4 S. 1 UrhG. Denn maßgeblich für die Abgrenzung, ob eine Öffentlichkeit vorliegt, ist die Verbundenheit der Betroffenen durch persönliche Kontakte. Dies wird allgemein bei Schülern aus unterschiedlichen Klassen und Klassenstufen verneint.
Einer Erlaubnis zur Vorführung durch den Rechteinhaber bedarf es allerdings nach § 52 Abs. 1 S. 1 UrhG nicht, da die Wiedergabe keinem Erwerbszweck der Schule dient und die Schüler kein Entgelt zahlen müssen.
Da der Filmnachmittag aber nicht unmittelbar und ausschließlich sozialen oder erzieherischen Zwecken dient sondern die Unterhaltung der Schüler im Vordergrund steht, muss die Schule eine in § 52 Abs. 1 S. 2 UrhG vorgesehene angemessene Vergütung zahlen. Die Höhe der Vergütung ergibt sich zumeist aus den Tarifen der Verwertungsgesellschaft.