Kopie eines gesamten Films zur Vorführung im Unterricht

Kopie eines gesamten Films zur Vorführung im Unterricht
Lehrer Lemke möchte mit seiner Englischklasse im Unterricht den Film „Herr der Ringe – Die Gefährten“ ansehen. Da er selbst nicht im Besitz des Filmes ist und er ihn nicht extra aus der Videothek ausleihen möchte, kopiert er die DVD seines Freundes und Filmliebhabers Steven.

Darf Lehrer Lemke den gesamten Film auf DVD kopieren, um ihn seiner Klasse zu zeigen?

Nein!

Wenn Lehrer Lemke den Film seines Freundes auf DVD brennt, so liegt hierin eine Vervielfältigung im Sinne des § 16 Abs.1 UrhG. Das Recht hierzu steht ausschließlich dem Rechteinhaber, dem Urheber des Films zu.Zwar lässt das Gesetz gemäß § 53 Abs. 1-3 UrhG ausnahmsweise die Vervielfältigung auch ohne Erlaubnis des Rechteinhabers zu. Doch sind vorliegend die Voraussetzungen einer solchen Ausnahme nicht erfüllt. Die Vervielfältigung der DVD ist nicht über § 53 Abs.1 UrhG gerechtfertigt, da Lehrer Lemke die Kopie nicht zu privaten Zwecken sondern zur Verwendung im Unterricht anfertigt. Auch die Ausnahme des § 53 Abs. 3 Nr. 1 UrhG der Kopie zum Gebrauch im Unterricht kommt nicht in Betracht, da diese nur die Vervielfältigung von Werken geringen Umfangs oder kleiner Teile von Werken umfasst. Die Kopie eines kompletten Spielfilms ist hiervon nicht gedeckt.
Um den Film „Herr der Ringe – Die Gefährten“ legal vervielfältigen zu können und ihn im Unterricht vorzuführen, ist die Erlaubnis des Rechteinhabers erforderlich.
Als Alternative könnte Lehrer Lemke den Film aber auch in der Videothek ausleihen. Denn die Vorführung ausgeliehener Filme innerhalb einer Schulklasse ist zulässig.