Gebrannte Musik-CDs für alle Schüler der Klassen

Auf dem Lehrplan steht die Besprechung von Filmmusik. Zur intensiven Bearbeitung in einer Unterrichtsstunde möchte Lehrer Lemke jedem seiner Schüler den Soundtrack zum Film „Pearl Harbor“ des Komponisten Hans Zimmer zur Verfügung stellen. Hierzu möchte er die Pearl Harbor-Soundtrack-CD seiner privaten Sammlung für alle 18 Schüler seiner Klasse kopieren.
Darf er 18 Kopien seiner privaten Pearl Harbor-CD anfertigen, um sie an seine Schüler zu verteilen?

Nein!

§ 53 Abs. 3 UrhG regelt unter welchen Voraussetzungen Kopien für den Schulunterricht angefertigt werden dürfen. Danach muss es sich bei den Musikstücken um kleine Teile eines Werks oder um ein Werk von geringem Umfang handeln. Von kleinen Teilen eines Werks spricht man, wenn der Teil nicht mehr als 10 – 20 % des Gesamtwerks ausmacht. Es können damit nur kurze Ausschnitte aus den Musikstücken auf CD kopiert werden. Mit Werken von geringem Umfang meint man sehr kurze Werke, beispielsweise ein Musikstück, dass insgesamt nur eine halbe Minute dauert. Lehrer Lemke darf daher nicht die gesamte Pearl Harbor-Soundtrack-CD für seine Schüler kopieren, sondern lediglich 10 – 20% des Werkes.

Zudem dürfen die Kopien nur zum eigenen Gebrauch in der für die Schulklasse oder den Kurs erforderlich Anzahl hergestellt werden. Damit dürfen die Kopien nur in der Zahl der Klassen- bzw. Kursstärke angefertigt werden. Kleine Teile der Pearl Harbor-CD darf er danach für jeden seiner 18 Schüler kopieren.

Schließlich muss die Vervielfältigung nach ihrem Zweck geboten sein. Das wäre nicht der Fall, wenn es genügen würde, einmal zu Beginn des Unterrichts das Musikstück für alle Schüler auf der Stereoanlage abzuspielen. Sollen die Schüler allerdings in Gruppen- oder Einzelarbeit das Stück analysieren und sind hierzu darauf angewiesen, sich das Musikstück wiederholt und nach ihrem Belieben mittels eines Discmans anzuhören, dann sind die Kopien ihrem Zweck nach gerechtfertigt.