Fotokopieren der Noten

Lehrer Lemke leitet das Schulorchester. Er möchte auf dem öffentlichen Sommerfest der Schule Musikstücke zeitgenössischer Komponisten aufführen. Um die Orchestermitglieder mit den Noten zu versorgen, möchte er diese aus dem Notenheft für sie fotokopieren.

Dürfen Noten aus einem Notenheft fotokopiert werden?

Nein!

Da Notendrucke aufwändig und teuer sind, unterliegen sie gemäß § 53 Abs. 4 lit. a UrhG einer besonderen Regelung. Danach ist die Vervielfältigung grundsätzlich nur mit einer Einwilligung des Berechtigten zulässig. Notendrucke dürfen deshalb nicht fotokopiert werden. Ebenso wenig dürfen sie eingescannt werden, denn auch in dem Einscannen liegt eine Vervielfältigung. Allerdings kann das Notenheft dann durch Kopieren vervielfältigt werden, wenn es seit mindestens zwei Jahren vergriffen ist (§ 53 Abs. 4 UrhG). Da dies hier nicht der Fall ist, kommt das Fotokopieren nicht in Betracht. Allerdings kann Lehrer Lemke den Verlag des Notenheftes um Erlaubnis bitten. Vielleicht haben die Verantwortlichen dort gar nichts gegen das fotokopieren, wenn er ihnen erklärt, für welchen Zweck er die Noten benötigt.